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Die Zusammenführung von zwei Katzen: So wurden unsere Katzenmonster Freunde…

Aufmerksame Katzenbesitzer werden sich in meinem Beitrag über die Ankunft unserer beiden Monster, gefragt haben, wie die zwei denn aufeinander reagiert haben. Denn unsere beiden Katzen kommen aus unterschiedlichen Haushalten und kannten sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Eine Zusammenführung unter Kitten ist im Regelfall nicht sonderlich schwierig. Erwachsene Katzen können sich aber schon mal sehr kindisch anstellen… Bei uns war der spezielle Fall, dass Bagi (m) mit seinen 2,5 Monaten noch ein richtiges Baby war und Nala (w) mit ihren 5 Monaten schon etwas reifer.

Die erste Begegnung – Nalas Fauchkonzert

Für den Anfang ist es ratsam, die neue Katze in einem eigenen Zimmer zu lassen. Nala verbrachte den ersten Tag komplett im Quarantäneraum.  Dort gab es natürlich Futter, Wasser, Katzenklo, Spielzeug und Schlafplatz. Vor allem in der Nacht, wenn keiner kontrollieren kann, wie die beiden aufeinander reagieren, sollten die beiden unbedingt getrennt sein. Sonst kommt es noch zu ganz bösen Überraschungen, denn Katzen können ziemlich brutal werden, wenn sie ihr Revier in Gefahr sehen. Um die beiden schon mal langsam aufeinander vorzubereiten, kann man Decken, Kissen und Spielzeuge der „alten“ Katze bereits in den Raum legen. Dann riecht die „neue“ schon mal, auf wen sie da treffen wird.

Gegen Abend traute Nala sich aus dem Quarantäneraum und wir nahmen dies zum Anlass ihr Bagi vorzustellen. Dieser hatte schon eine Woche Vorsprung im neuen Heim und war dementsprechend bereits sehr zutraulich. Ich nahm Baby Bagi also auf den Arm und ging mit ihm auf Nala zu. Sie legte sofort die Ohren an und begann ihn anzufauchen. Zähne fletschen und Knurren inklusive. Sie hat sogar uns Angst gemacht.    

Daher trennten wir die beiden zunächst wieder, brachten aber Bagi immer mal wieder in Nalas Nähe. Natürlich nur unter Aufsicht. Bagi, der Held, hält nämlich so gar nichts vom persönlichen Raum und freute sich so sehr über einen Spielgefährten, dass er immer freudestrahlend auf Nala zu hoppelte. Ganz zu ihrem Ärger, denn sie traute dem kleinen springenden Fellknäuel nicht wirklich. Er erntete also regelmäßig einschüchterndes Fauchen und Knurren. Was Bagi überhaupt nicht beeindruckte – er verstand einfach nicht, warum Nala nicht mit ihm spielen wollte. Daher rannte er immer wieder auf sie zu und wollte sie sogar anspringen! Ich traute meinen Augen kaum, denn sie fauchte wie eine Verrückte – da muss man doch mal Angst kriegen. Bagi aber schien das gar nicht zu bemerken. 

Das erste Mal zusammen

In den nächsten Tagen wiederholten wir geduldig das Spiel. Ich hatte Bagi auf dem Arm oder hielt ihn am Boden sanft fest und brachten ihn in Nalas Nähe. Das Fauchen hielt lange an, sodass wir uns fast Sorgen machten… Aber nach einigen Tagen knurrte sie nur noch. Dann gab sie gar keine Geräusche mehr von sich, sondern guckte nur. Das war der Moment, in dem wir Bagi auf sie zulaufen ließen. Und was soll ich sagen? Sie hat ihm volle Kanne eine gewischt! Der hat vielleicht doof geguckt, als er von ihr eine Schelle kassiert hat. Aber gut für ihn! Er kannte dieses Verhalten anscheinend gar nicht und so lernte er auch mal, dass er Nala in Ruhe lassen soll, wenn sie nicht will. 

Nachdem Nala ihm nur eine runter gehauen hat und sonst nichts, hielt ich die Situation für in Ordnung und ließ die beiden das erste Mal gemeinsam in der Wohnung laufen. Natürlich unter Aufsicht. Die ersten Stunden sollte man dringend gucken, wie sie miteinander umgehen. Am besten reserviert man sich ein Wochenende dafür.  Bagi lief Nala die ganze Zeit hinter her, hielt aber nach der Schelle Sicherheitsabstand. Sie ließ das zu und knurrte immer nur, wenn er ihr zu Nahe kam. Wenn die Tiere sich übrigens sofort anspringen und dabei laut fauchen und schmerzlich miauen, dann sollten sie sofort wieder getrennt werden. Mann kann dann die Zusammenführung auch durch ein Gitter oder ähnliches vornehmen, damit sie sich zwar sehen und riechen, aber nicht angreifen können. Das brauchten wir bei unseren beiden zum Glück nicht. 

Die Machtkämpfe – so lange, bis einer weint

Nachdem sich die zwei ansatzweise tolerierten, begannen sie ihre Rollen in der Wohngemeinschaft auszudiskutieren. Mit diskutieren meine ich prügeln

Da ist ein ganz normales Verhalten! Bitte trennt die Katzen nicht, sonst müsst ihr das immer wieder durch machen. Die zwei klären am Anfang, wer das Sagen hat. Das müssen sie tun und werden sie auch manchmal noch wiederholen müssen. Die goldene Regel ist: So lange keiner Schmerzen hat, ist alles gut. Machtkämpfe sehen brutal aus, sind es aber meistens gar nicht. Oft wird ohne Krallen geschlagen und nur geknabbert und nicht gebissen. Fauchen sollen sie dabei aber nicht. Knurren ist annehmbar solange sie nichts schlimmeres machen. Wie oben gesagt: Wenn sie fauchen und eindeutig vor Schmerz miauen, dann sollte man etwas tun. Ansonsten: Einfach machen lassen. Es kann Tage, teilweise sogar Wochen dauern, bis sie geklärt haben, wie ihre Rollen in der Gemeinschaft sind.

Kleiner Fact am Rande. Der Gewinner bleibt sitzen und leckt sich und der Verlieren haut ab. Kurios oder? Der Gewinner putzt sein Fell ganz ausgiebig und erwartet, dass der Verlierer schnellstens die Biege macht.

Nachdem sich unsere beiden tatsächlich tagelang immer mal wieder geprügelt haben, wurde es mit einem Mal ruhig. Wir haben leider nicht mitbekommen, wer gewonnen hat, aber Nala warf Bagi auffällig oft auf den Rücken und er blieb liegen bis sie ging. Ein Zeichen dafür, dass sie das Sagen hat 🙂 Sobald Baby Bagi aber größer wird, wird der Kater in ihm bestimmt das Ergebnis anfechten wollen. 

Die Annäherung – von Katzenmonstern zu Kuschelmonstern

Es dauerte über einen Monat bis die beiden das erste Mal zusammen auf einem Stuhl lagen und nebeneinander friedlich schliefen. Ich erinnere mich noch genau an den Moment. Ich ging im Wohnzimmer entlang und blickte gewohnheitsmäßig in das Arbeitszimmer, wo die beiden oft rumturnten. Da lagen sie auf dem Schreibtischstuhl, nebeneinander, in der Sonne und schliefen. Mir blieb das Herz kurz stehen! Das war ein total einnehmendes, herzerwärmendes Gefühl. Ich rief ganz leise meinen Freund herbei und auch er stand wie in Schreckstarre da. Wir haben schnell ein Foto geknipst und haben uns dann schnell entfernt. Wie wir zwei uns danach angeschaut haben! Das war auch ein schöner Moment zwischen mir und meinem Freund 🙂

Dann spielte sich das täglich immer mehr ein. Am Anfang tolerierten sich die zwei nur, aber dann fingen sie an zuspielen und miteinander zu fressen. Je länger sie Zeit miteinander verbrachten, desto besser ging es. Als sie sogar zusammen aus einem Napf fraßen, löste sich bei mir jegliche Anspannung. Normalerweise sagt man, dass verschieden-geschlechtliche Paare oft Probleme miteinander haben. Aber auch jetzt, 4 Monate später, verstehen sich die beiden noch bestens. 

Sie kuscheln jetzt viel miteinander und noch öfter will Nala Bagi putzen. Sie will ihn die ganze Zeit abschlecken – was ich gut verstehen kann, er ist ja auch so süß! – und auch er hat sich das abgeschaut und putzt sie nun auch öfters. Sie sind so süß zusammen, mir geht jedes Mal das Herz auf. 

Wir waren zwischendurch immer mal wieder sehr besorgt, ob die beiden miteinander klar kommen. Bagi, der Wirbelwind, und Nala, die feine Dame. Irgendwie schien das nicht zu passen. Aber schnell stellte sich heraus, dass die beiden hervorragend miteinander spielen können. Ich schätze, das ist die Hauptsache 🙂

PS: Die beiden sind bzw, werden natürlich kastriert. Eine Katzenzucht wollen wir bei aller Liebe nicht aufmachen.

Habt ihr mal zwei Katzen zusammengeführt? Wie war es bei euch?

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6 Comments

  • Reply Mo

    Eine schöne Geschichte – und ganz tolle Bilder! Ich musste damals keine „Zusammenführung“ vornehmen – ich habe ein Geschwisterpaar vom Bauernhof bekommen: Ernie + Bert! Ich durfte über 19 Jahre mit den beiden zusammen verbringen und habe sie dann im Abstand von 1/2 Jahr über die Regebogenbrücke gehen lassen. Das ist jetzt 2 Jahre her und ich denke jeden Tag an meine beiden Fellnasen und vermisse sie… Machtkämpfe gab es bei uns auch – und Bert war immer der Sieger – da war immer richtig was los… Ich wünsche Euch ganz viel Freude und bin mir sicher, dass Bagi und Nala mit Euch einen Hauptgewinn haben.

    25. Januar 2017 at 12:02
  • Reply Vicky

    Bei uns gab es auch keine Zusammenführung, weil meine beiden Geschwister sind 🙂
    Allerdings kuscheln sie eigentlich nie zusammen, putzen sich auch fast nie gegenseitig und das höchste der Gefühle ist nur, wenn sie mal nebeneinander oder in der Nähe liegen. So traurig eigentlich

    25. Januar 2017 at 12:58
  • Reply Conny

    Sehr süße story, und auch wichtig so etwas mal zu lesen.
    Die Putzgeschichte hat allerdings auch etwas mit Dominanz zu tun. Das Ablecken (gerade der Kopfregion) ist wohl auch ein Zeichen der Dominanz des Putzenden über den Geputzt-werdenden ^^

    26. Januar 2017 at 0:45
  • Reply Tamara

    Ich habe seit ein paar Monaten auch zwei Katzen. Zuerst zog ein kleiner Kater von damals 4 Monaten bei mir ein. Zuerst sollte er die einzige Katze bei mir sein, aber ich kam relativ schnell zu dem Schluss, dass er unbedingt nicht alleine sein kann, wenn ich arbeite. Das hat mir auch mein Tierarzt ans Herz gelegt. Einen Monat später bekam ich dann noch eine weibliche Katze, die nur einen Monat älter ist als er. Das Zusammenführen lief bei mir ähnlich ab. Mein Kater hat sich angestellt, wie eine Diva. Das macht er heute, nach ca. 2 Monaten immernoch ab und zu. Er braucht viel Zeit, um Vertrauen zu fassen. Die Katze ist da wesentlich einfacher zu handhaben. Deinen Bagi erkenne ich in ihr wieder! Jedenfalls verstehen sie sich jetzt bestens, lecken sich gegenseitig ab, spielen, kämpfen… Mein Kater ist auf jeden Fall der Chef zuhause 🙂

    26. Januar 2017 at 16:14
  • Reply Jana

    Ich habe mir das damals nicht zugetraut, deswegen ist bei uns direkt ein fertiges Pärchen eingezogen. Unsere beiden sind zwar keine Brüder, kennen sich aber von klein auf aus dem Tierheim. Die beiden lieben sich zwar meistens sehr, aber hin und wieder fliegen hier auch ordentlich die Fetzen. Dazwischen gehen mussten wir aber noch nie. Wenn mal einer faucht, ist der Spuk sofort wieder vorbei.

    Liebe Grüße ♥

    27. Januar 2017 at 13:39
  • Reply Andrea

    Ich habe mittlerweile schon zwei Zusammenführungen durch und sie waren beide nicht einfach. Mein erster Kater (Whity) wurde mir als absoluter Einzelkater, der sich nicht mit anderen Katzen versteht vermittelt. Aber er hat mich immer so viel geputzt, ist mir nicht von der Seite gewichen, hat gejammert als ich nach Hause kam und mich allgemein wie ein Partner behandelt, so dass ich ihm nach anderthalb Jahren dann doch nen Kumpel gesucht habe. Der zweite Kater (Rocky) war aus ganz schlechten Verhältnissen, wo er auch misshandelt wurde. Es hieß, er lässt sich nicht von Menschen anfassen, sucht aber Kontakt zu Nähe zu anderen Katzen, vor allem Katern. Als er sich von mir dann sogar anfassen ließ, habe ich ihn mitgenommen.

    Die Zusammenführung habe ich mittels Gittertür durchgezogen und nach einer Woche durften die beiden zusammen. Am Anfang gab es natürlich durchs Gitter hindurch Fauchen und Schimpfen, aber irgendwann haben sie sich beschnuppert und durch die Gitter hindurch beobachtet. Die erste Zeit zusammen ging auch ganz gut, aber dann hat Rocky angefangen Whity zu terrorisieren, hat ihm aufgelauert auch vorm Katzenklo und ihn in Ecken gedrängt, bis Whity vor Angst gepinkelt hat. Whity hat sich überhaupt nicht gewehrt, der wusste am Anfang nicht mal wie man faucht. Nebenbei hat Rocky mir noch alle Tapeten von der Wand geholt. Da sich das eine ganze Weile nicht gelegt hatte, hab ich mir eine Katzenverhaltens-Therapeutin ins Haus geholt und mit deren Tipps hat es dann ganz gut geklappt. Sie kuscheln nicht miteinander und putzen sich auch nicht, aber sie spielen ab und zu ein wenig miteinander und schlafen auch nebeneinander. Mittlerweile sind sie seit 5 Jahren bei mir und ungefähr 10 Jahre alt.

    Als mein Freund dann zu mir gezogen ist, kam seine Katze noch dazu. Lilly ist ein Mädchen und 3. Also ein ordentlicher Unterschied. Wir haben es wieder mit der Gittertür probiert. Lilly hat die Kater angefaucht, als wären sie der Teufel persönlich, die Kater waren ganz entspannt. Irgendwann war es Lilly zu blöd und sie ist ausgebrochen, seitdem sind sie alle zusammen. Die Kleine ist aber viel kleiner als die Kater, rennt eher weg anstatt sich zu wehren und sie macht es den Katern auch nicht grade leicht.

    Mittlerweile ist Whity derjenige der gegen Lilly stänkert, aber mit Hormonen und den alten Tipps der Katzentherapeutin klappt es langsam ganz gut.

    Liebe Grüße
    Andrea

    28. Januar 2017 at 23:45